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Wenn ältere Menschen stürzen, brechen sie sich vielleicht nicht nur ein Bein. Oft bekommt auch die Seele einen Knacks. Auch wenn sie „nur" mit einem blauen Fleck davongekommen sind, kann die Angst davor erneut zu stürzen, einen Teufelskreis in Gang setzen. Diesen zu durchbrechen, ist ein Ziel des Sturzzentrums im Markus-Krankenhaus.
Das neue Angebot richtet sich in erster Linie an Senioren, die nach einem Sturz in die Notfall-Ambulanz des Markus-Krankenhauses kommen. Patienten ab einem Alter von 69 Jahre, die nicht primär stationär aufgenommen werden müssen, haben anschließend die Gelegenheit, sich im Sturzzentrum vorzustellen. Ziel des Zentrums ist es, Folgestürze und Sturzfolgen zu verhindern. Dazu gehören Angst, langes Liegen in der Wohnung oder Verletzungen, wie schmerzhafte Prellungen oder Brüche.
Denn egal wie schwer die Folgen eines Sturzes sind, die Angst davor kann fatale Folgen haben. Ältere Menschen bleiben zu Hause, weil Treppenstufen zur potentiellen Gefahr werden. Der Einstieg in Bus oder Bahn wird zum unvorstellbaren Abenteuer. Schließlich geht die Freundin alleine zur Chorprobe und der Kneipenstammtisch vermisst den Kameraden, der so schön erzählen kann. Damit gehen nicht nur soziale Kontakte verloren, auch der Körper verliert an Kraft. Denn Muskeln bilden sich zurück, wenn der Mensch sich nicht mehr so viel bewegt. Und das führt dazu, dass sein Gang noch unsicherer wird.
Damit genau das nicht passiert, arbeiten im Sturzzentrum mehrere Berufsgruppen Hand in Hand. Pflegekräfte erfragen die Sturzrisikofaktoren anhand eines umfangreichen Fragenkatalogs: Ist die Brille noch die richtige? Gibt es zu Hause Stolperfallen? Physiotherapeuten führen Balance- und Gehtests durch. Der Arzt erfragt die genauen Umstände des Sturzes und die Einnahme von Medikamenten. Anhand der Ergebnisse beurteilt er die individuelle Sturzgefahr und gibt Empfehlungen.
Anschließend gilt es alles zu tun, weitere Stürze zu vermeiden. Dazu gehören u. a. ein Geh- und Balancetraining, Beratung über Stolperfallen in der Wohnung und das Benutzen des richtigen Hilfsmittels wie Gehstock oder Rollator.
Nicht zuletzt sind niedergelassene Fach- und Hausärzte in das Behandlungskonzept miteinbezogen. Das Sturzzentrum will sie mit seinen Empfehlungen in ihrer Behandlung unterstützen, damit weitere Stürze älterer Menschen verhindert werden.
Die intensive Beschäftigung mit den gestürzten älteren Menschen trägt also dazu bei, deren Selbstsicherheit zu fördern, damit sie weiter sicher durch das Leben gehen und in der Gemeinschaft verankert bleiben.
Kontakt
Sekretariat Monika Sommer Tel. (069) 9 59 37 - 53 11
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